Patientenverfügung / Patientenvollmacht

23. Mai 2018
Welche medizinische Behandlung möchten sie, welche nicht? Solange sie ansprechbar sind, wird der Arzt dies mit ihnen besprechen. Wenn sie sich nicht mehr mitteilen können. Werden ihre nächsten Angehörigen gefragt. Es sei denn, sie haben in einer Patientenverfügung bereits alles geregelt.

Möchte ich alle medizinischen Möglichkeiten ausschöpfen? Möchte ich meine Organe Spenden? Auf diese Fragen gibt es kein «Richtig» oder «Falsch» - nur eine ganz persönliche Antwort. Ohne ihre Einwilligung darf der Arzt (ausser bei Notsituationen) keinen Eingriff vornehmen und keine Therapie beginnen. Sie dürfen eine medizinisch «sinnvolle» Behandlung ablehnen, wenn diese mit Ihrer Weltanschauung im Widerspruch steht.

Generell muss immer nach dem mutmasslichen Willen des Patienten gefragt werden. Ist eine Patientenverfügung vorhanden? Liegt keine vor, muss die Stellvertretung des Patienten kontaktiert werden, welche dann für ihn und in seinem Sinne entscheidet. Es ist auch möglich eine Patientenvollmacht zu erstellen. Anstatt Anordnungen für die einzelnen medizinischen Situationen festzuhalten, bestimmen Sie in dieser Form der Patientenverfügung lediglich eine Person, die an Ihrer Stelle entscheiden soll, wenn sie dazu nicht mehr in der Lage sind. Es ist sinnvoll die verfasste Patientenverfügung/Patientenvollmacht mit nahestehenden Menschen und/oder dem Hausarzt zu besprechen

Kein Thema für die Patientenverfügung sind ungesetzliche Massnahmen. Deshalb können Sie nicht bestimmen, dass Ihnen in einer hoffnungslosen Situation eine tödliche Substanz gegeben werden soll. Dies wäre direkte aktive Sterbehilfe, und die ist in der Schweiz verboten. Suizidbeihilfe ist in der Schweiz zwar straffrei, wenn der Sterbehelfer ohne eigennützige Gründe handelt. Aber Suizidbeihilfe kann man nur in Anspruch nehmen, wenn man im Zeitpunkt der Einnahme des tödlichen Medikamentes urteilsfähig ist. Da die Patientenverfügung erst zur Anwendung kommt, wenn Sie urteilsfähig sind, können Sie darin keine Suizidbeihilfe verlangen.

Die Patientenverfügung muss schriftlich, datiert und unterzeichnet vorliegen wobei Handschriftlichkeit keine Vorschrift ist.

Am einfachsten wird die Verfügung beim Hausarzt hinterlegt. Wichtig zu wissen ist, dass die Gültigkeit erst dann eintritt, wenn eine Urteilsunfähigkeit festgestellt wird. Sollte die Urteilsfähigkeit zurückkommen erlischt deren Gültigkeit.

Wichtig ist, dass Widersprüche vermieden werden.

Ansonsten scheint erwähnenswert, dass sie sich darüber im Klaren sind, dass sie im Falle einer Erkrankung eventuell anders entscheiden würden.

Neben den vorgedruckten Anordnungen zum Ankreuzen kann eine Patientenverfügung auch die Möglichkeit bieten spezielle Anliegen festzuhalten.


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